Quelle: Steinmetz und Bildhauer, 1989
ISSN: 0039-1034;
Standort in der IRB-Bibliothek: DEIRB Z 477;
In der Sakristei von St. Gereon in Köln befindet sich ein lebensgroße Alabaster-Kruzifixus. Das um 1637 von dem Bildhauer Jeremias Geisselbrunn erstellte Werk gehört zu den wenigen erhaltenen Skulpturen aus der reichen barocken Kirchenausstattung. Es war hinten dem barocken Hochaltar aufgestellt, ehe im 19. Jahrhundert in die Sakristei gelangte. Dort überstand es die Kriegswirren, hatte aber zahlreichere kleinere Schäden hinnehmen müssen. Wenige Werke des Künstlers Jeremias Geisselbrunn sind in Köln vorhanden: die Statue der hl. Helena in St. Gereon, deren Restaurierung im Januar 1989 beendet wurde, und eine beschädigte Figur aus der Pfarrkirche St. Kolumba. Das Kunstwerk wies eine Reihe von altersbedingten Schäden auf: die eiserne Dübel, mit denen die Alabasterfigur am Kreuz befestigt war, hatten sich gesenkt, die Folge war Brüche und Risse an Armen und Beinen. Staub und Kerzenruß hatten dem hellen Alabaster eine dunkelbraune Farbe gegeben. Mit einem 12000 DM Zuschuß wurde das Alabasterkreuz restauriert. Der Bonner Restaurator Michael Woznik gab dem Kruzifix und dem Korpus des Gekreuzigten die alte Schönheit wieder. Der Korpus wurde gereinigt, Brüche und Risse beseitigt. Die alten Eisendübel wurden durch Edelstahlzapfen ersetzt, die in Hülsen aus gleichem Material im Holz präzise veankerte.
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