Hafner, W.;
Quelle: Steinmetz und Bildhauer, 1987
ISSN: 0039-1034;
Standort in der IRB-Bibliothek: DEIRB Z 477;
1465: Erster Nachweis der Abbautätigkeit im 15. Jh. (Urkunde von 1485);
ab dem 16. Jh.: Nachweise für die Lieferung in weiter entferntere Gebiete;
1565: Aufhebung der Leibeigenschaft; den Oberkirchener Steinhauern werden die Brüche zur Pacht verliehen;
1597: erste überlieferte Zunftordnung der Steinhauer; der Verkauf der Steine darf erst am Verladeplatz an der Weser erfolgen; deshalb häufig Streit mit den Bremer und Hamburger Ratsherren;
1615: Verleihung einer eigenen Gerichtsbarkeit an die Steinhauer; in Obernkirchen leben ca. 22-27 Meister zu dieser Zeit; im 17. Jh. gute Konjunktur für die Steinhauer;
seit Ende des 17. Jh.s: den Obernkirchener Steinhauern wurde vom Bremer Rat verboten, behauene Steine in der Stadt zu lagern; Niedergang der Steinhauerei in Obernkirchen;
1770: Einstellung der Lieferungen nach Bremen; der Abbau in den Brüchen kommt wegen anhaltender Überflutungen völlig zum Erliegen;
1787: Exklusivvertrag zwischen den Oberkirchener Steinhauern und ihren Bremer Konkurrenten über die Lieferung von jährlich 1000 Fudern behauene Steine;
erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: erneuter Aufschwung des Handels mit Sandstein;
1872: Gründung der Aktiengesellschaft der Vereinigten Obernkirchener Sansteinbrüche
1875: Aufkauf durch die Bremer Baugesellschaft;
1879: Übernahme durch die Deutsche Nationalbank;
1909: Gründung der Obernkirchener Sandsteinbrüche Aktiengesellschaft; bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gute Ertragslage;
1919: nur noch 28 Beschäftigte;
1928: Eisenbahnanschluß;
1938: Kauf des Werkes durch Dr. P. Ebeling; 350 Mitarbeiter;
1948: Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit 90 Mitarbeitern;
Verwendung des Oberkirchener Sandsteins bei folgenden Gebäuden:
Im Jahr 1062: zur Erweiterung des Doms in Minden um ein Querhaus und einen dreiseitigen Chor;
im Jahr 1652: Fertigstellung des Leibnizhauses in Hannover; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder unter Verwendung von Obernkirchener Sandstein aufgebaut;
1657: Verwendung der Steine beim Bau des Amsterdamer Rathauses;
seit 1863: Lieferung größerer Mengen behauener Werstücke nach Köln zur Fertigstellung des Doms; das Baumaterial wird auch für heutige Restaurierungsarbeiten verwendet.
Übersicht zugehöriger Fakten:
- Obernkirchner Sandstein - geologisches Vorkommen und Eigenschaften
(Anm.d.Red.: siehe Anschreiben vom 15. 09.1990)
Fakten-Nr.: 1988017185795 Schlagzeile: Obernkirchner Sandstein - geologisches Vorkommen und Eigenschaften Faktentext: Entstehung des Obernkirchner Sandsteins: Die Bückeberge, die sich nordöstlich der Stadt Bückeberg erstrecken und bis zu 367 m hoch sind, entstanden in der jüngeren Kreidezeit - vor etwa 140 Millionen Jahren. Der Obernkirchener Sandstein gehört zu einer geologischen Schichtreihe der untersten Kreidezeit, der (nach einer südenglischen Hügellandschaft benannten) Wealdenformation,...
Obernkirchner Sandstein - Geschichte des Abbaus und historische Verwendung
Verwendung des Oberkirchener Sandsteins bei folgenden Gebäuden: Im Jahr 1062: zur Erweiterung des Doms in Minden um ein Querhaus und einen dreiseitigen Chor; im Jahr 1652: Fertigstellung des Leibnizhauses in Hannover; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder unter Verwendung von Obernkirchener Sandstein aufgebaut; 1657: Verwendung der Steine beim Bau des Amsterdamer Rathauses; seit 1863: Lieferung größerer Mengen behauener Werstücke nach Köln zur Fertigstellung des Doms; das ...
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