Pursche, J.;
Quelle: Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung, 1988
ISSN: 0931-7198;
Standort in der IRB-Bibliothek: DEIRB Z 1704;
Fugenvermörtelung von Bruchsteinmauerwerk:
Das gewollt steinsichtig ausgeführte, unregelmäßige, lagerhafte oder quaderhafte Bruchsteinmauerwerk des 11./12. und 13.Jahrhunderts zeichnet sich meist durch besondere Verarbeitung des Fugenmörtels aus. Der aus den Stoß- und Lagerfugen herausquellende Setzmörtel wurde nicht mit der Kelle abgezogen, sondern angedrückt, um ihn gegen die Stirnflächen der Steine auslaufen zu lassen. Eine andere Form der Vermörtelung ist die glatte Verfugung von Quader- und Bruchsteinmauerwerk mit der aus Italien kommenden Bezeichnung "Pietra rasa", in Bayern auch als "Verschweißung" oder "Verbandeln" bezeichnet (Literatur: "Ausschweißung"). In diese Mörtelausfüllung der Fugen wurde mit einer Zungenkelle ein Fugennetz hineingezogen, das ein präzises Quadermauerwerk imitieren sollte. Stilbildend wirkt dabei der an der Oberkante eingetiefte Kellenstrich. Durch das Licht von oben stellt sich der illusionistische Eindruck einer wirklichen Fuge ein. Kann auch rot oder weiß nachgezogen sein.
Verfugung von Ziegelmauerwerk:
Der regelmäßige Verband des steinsichtigen romanischen Ziegelmauerwerks wurde im allgemeinen sauber ausgefugt, der Setzmörtel geglättet und oft auch mit weißem Fugenstrich gefasst (Beispiele: München - Freimann, St.Nikolaus, Turm, 12. /13.Jahrhundert; Asbach, Lkr.Passau, ehemaliges Benediktiner-Kloster, Kreuzgang, 12.Jahrhundert). Die Ziegeloberfläche erhält bisweilen Schraffuren und Strukturen, die an Werksteinoberflächen erinnern (in Asbach fischgrätartig in den weichen Ton modellierte Schraffur). Die Fugen können aber auch nach Fertigstellung der Mauer eine Mörtelapplikation erhalten (Beispiel: Moosburg/Nbb., St.Kastulus). Sie ist feiner zusammengesetzt und heller als Mauermörtel. Durch die Applikation werden die Fugen durch leichte Überhöhung ausgeformt, die Ziegel ellipsenförmig umrahmt. Manchmal wurde der Mörtel mit einem Fugenstrich versehen, wie in Moosburg, um ein quaderhaftes Mauerwerk mit typischer Verfugungstechnik zu imitieren.
Mörtel, Bruchsteinmauerwerk, Ziegelmauerwerk, Geschichte, Romanik, Frühmittelalter, Verwendung, Fugenvermörtelung, Pietra rasa, Mörtelapplikation,
Fakten-Nr.: 1988067120341 Schlagzeile: Funktion farbiger Rauhputze am Beispiel des Klosters Ebrach Faktentext: Neben den glatten und glänzenden Putzoberflächen kommt auch den rauhen Putzen an kontrastreichen Fassaden eine wesentliche gliedernde Funktion und Bedeutung zu. Beispiel am Außenbau: Einige bemerkenswerte Beispiele für solche Fassadenkonzeptionen finden sich an den Teilen des Klosters Ebrach, die der Planung Dientzenhofers (Ende 17.Jahrhundert) zugeordnet werden. Die Ostfassade, die ...
Italienische Einflüsse auf die Entwicklung des Wandputzes im 17. und 18. Jahrhundert
Diese Baumeister aus den Familien der Lurago, der Carlone, der Carmesini, der Viscardi, der Zuccali, die stark von Palladio und Borromini beeinflusst waren, waren vor allem in der deutschen Schweiz, in Süddeutschland, in Österreich und in Böhmen, sogar in Rußland tätig und brachten die Idee der Putzgestaltung dabei mit in den Norden. Sie waren in dieser Hinsicht Vorläufer der Vorarlberger Baumeister, die nach dem 30jährigen Krieg (Mitte 17.Jahrhundert) bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts den ...
Entwicklungsgeschichte des polierten Putzes
Fakten-Nr.: 1988067120339 Schlagzeile: Entwicklungsgeschichte des polierten Putzes Faktentext: Die Putztechnik der Polierung der Oberfläche von durchfärbten Mörteln wurde im Hellenismus des 2. Jahrhunderts v.Chr. Auch bei Vitruv finden sich Hinweise für die antike Herstellung glatter, glänzender Putzoberflächen, die mit sechs verschiedenen Mörtelschichten erzielt wurden (drei Kalk-Sand-Schichten und drei Kalk-Marmorgranulat/Marmormehl-Schichten). Nach der Ausgrabung von Pompeji begann im 19....
Der venezianische Marmorino, ein polierter Wandputz
Fakten-Nr.: 1988067120340 Schlagzeile: Der venezianische Marmorino, ein polierter Wandputz Faktentext: In der neuzeitlichen Entwicklungsgeschichte des polierten Putzes nimmt der venezianische Marmorino einen besonderen Stellenwert ein. Ursprünglich um die Mitte des 15.Jahrhunderts für die speziellen Anforderungen der venezianischen Baukunst entwickelt, bleibt dieser besonders feste und glatte Wandputz für vier Jahrhunderte der einzige "intonaco" und wurde am meisten im 17. und 18.Jahrhundert ...
Farbig gefaßte Putzarchitektur von Elias Holl in Augsburg
Fakten-Nr.: 1988067120338 Schlagzeile: Farbig gefaßte Putzarchitektur von Elias Holl in Augsburg Faktentext: Sowohl die Baukunst von Elias Holl als auch seine eigenen Aufzeichnungen und Lebenszeugnisse sind aufschlußreiche Quellen zur Putzarchitektur der Renaissance. Augsburger Rathaus: Bauzeit 1615-1620. Die im Zusammenhang mit der Fassadeninstandsetzung 1982 durchgeführten Untersuchungen bestätigten die Quellenangaben: Architekturgliederung grüngrau durchfärbter Putz (Holzkohle und Ocker) ...
Technik und Anwendungsbeispiele flächig gestupfter Putze an historischen Gebäudefassaden
Fakten-Nr.: 1988067120336 Schlagzeile: Technik und Anwendungsbeispiele flächig gestupfter Putze an historischen Gebäudefassaden Faktentext: Die - in Abwandlungen auch Stipputz, Besenputz oder Spritzwurf genannte - Putztechnik des flächigen Überstupfens erfährt ihre Höhepunkte ab dem Ende des 16. bis ins 18.Jahrhundert. Diese Oberfläche wurde dann mit einem Reisigbesen oder mit einem Nagelbrett aus geschmiedeten Eisennägeln (Holzstiften) durch Eindrücken in den noch weichen Putz strukturiert, ...
Entwicklung der Fassadenputze des 16., 17. und 18.Jahrhunderts
Fakten-Nr.: 1988067120335 Schlagzeile: Entwicklung der Fassadenputze des 16., 17. und 18.Jahrhunderts Faktentext: An den Gebäudefassaden des 16. bis 18.Jahrhunderts wurde vor allem bei Fassadenputzen versucht, die Haltbarkeit zu steigern und auch neue, meist von der italienischen Baukunst beeinflusste Ideen und Oberflächeneffekte zu verwirklichen. Werkstoffnachbildung durch Mörtel: Mit den flächig gestupften, gestippten Putzen, den sogenannten Lochputzen (in Regensburg seit dem 14./15....
Verputz mit appliziertem Zuschlag von Glasbruch an einem Bauteil des Klosters Ebrach
Fakten-Nr.: 1988067120342 Schlagzeile: Verputz mit appliziertem Zuschlag von Glasbruch an einem Bauteil des Klosters Ebrach Faktentext: Am Ostflügel des südöstlichen Abteihofes des Klosters Ebrach (Anfang 18.Jahrhundert), einem Leonhard Dientzenhofer zugeordneten Bautrakt, findet sich ein Verputz unter Verwendung von Glasbruch. Es liegt also eine Kombination von vier verschiedenen Gestaltungsmitteln vor: - durchgefärbter Putzmörtel - Modellierung der Oberfläche durch Antragstechnik - ...
Verputz mit Glasbruchbeimischung zum Mörtel am Kloster Wessobrunn
Fakten-Nr.: 1988067120344 Schlagzeile: Verputz mit Glasbruchbeimischung zum Mörtel am Kloster Wessobrunn Faktentext: Der Glasbruch-Zuschlag kann nicht nur durch Aufwerfen appliziert, sondern auch dem Mörtel beigemischt werden. Am Beispiel der Fassadengestaltung des Klosters Wessobrunn werden die besonderen Effekte dieser Technik deutlich: der Mörtel der Füllungsfelder, dem Glasbruch (um ein bis drei Zentimeter) von Butzenscheiben beigemischt wurde, ist mit der Kelle abgezogen und mit einem ...
Beispiele für Gliederungsputze mit Zuschlägen aus verschiedenen Materialien
Fakten-Nr.: 1988067120346 Schlagzeile: Beispiele für Gliederungsputze mit Zuschlägen aus verschiedenen Materialien Faktentext: Eines der charakteristischen Beispiele zur Erzeugung eines bestimmten Erscheinungsbildes und/oder Gewinnung qualitätvollen Putzes ist das Anwesen Appoltshauser in Matting/Ostpfalz, Landkreis Regensburg, um 1600. - Landshut, Niederbayern, Stadtresidenz, Innenhof, Rustika, zweite Putzfassung: Verwendung von Hammerschlag, grauem Schiefergestein - Ansbach, Mittelfranken, ...
Zuschlagstoffe zu Putzen
Fakten-Nr.: 1988067120345 Schlagzeile: Zuschlagstoffe zu Putzen Faktentext: Die als Zuschlagstoffe verwendeten Materialien Neben Glasbruch gehört Eisenschlacke (auch Eisenschaum genannt), die bei der Verhüttung von Eisenerz anfällt, zu den gebräuchlichsten Zuschlagstoffen zu Putzmörtel. Daß die ästhetische Funktion sehr entscheidend war, zeigt das bisher nachweisbare Auftreten von Hammerschlag, Schlacken, Tonscherben auschließlich an Zierputzen oder Putzen von Gliederungselementen. ...
Beispiele für Glasinkrustation im Putz an verschiedenen Fassadengestaltungen in Bayern
Fakten-Nr.: 1988067120343 Schlagzeile: Beispiele für Glasinkrustation im Putz an verschiedenen Fassadengestaltungen in Bayern Faktentext: Der Zuschlag von Glasbruch zum Putz von Außenbauelementen ist unter dem Gesichtspunkt der Werksteinimitation zu sehen: das Glas bringt den kristallinen Faktor ein und schafft den rustizierenden Effekt einer steinernen Bruchfläche. Ebrach, Landkreis Bamberg, ehemaliges Kloster, Ostflügel des südöstlichen Abteihofes, Anfang 18.Jahrhundert: Der Glasbruch wurde...
Veränderungen der Putztechnik im 19.Jahrhundert
Fakten-Nr.: 1988067120347 Schlagzeile: Veränderungen der Putztechnik im 19.Jahrhundert Faktentext: Auch nach den Höhepunkten der Verputztechniken mit Kalkmörtel im barocken 18.Jahrhundert wurden diese in das 19. und 20.Jahrhundert weitertradiert. Jedoch erweiterten sich die Möglichkeiten der Bautechnik infolge der Produktion von Portlandzement seit der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts sowie hochhydraulischer Kalke. Beispiele in Süddeutschland: - Der fränkische Kratzputz war in der zweiten ...
Verfugung von Bruchstein- und Ziegelmauerwerk des 11./12.Jahrhunderts
Fakten-Nr.: 1988067120328 Schlagzeile: Verfugung von Bruchstein- und Ziegelmauerwerk des 11./12.Jahrhunderts Faktentext: Fugenvermörtelung von Bruchsteinmauerwerk: Das gewollt steinsichtig ausgeführte, unregelmäßige, lagerhafte oder quaderhafte Bruchsteinmauerwerk des 11./12. und 13.Jahrhunderts zeichnet sich meist durch besondere Verarbeitung des Fugenmörtels aus. Verfugung von Ziegelmauerwerk: Der regelmäßige Verband des steinsichtigen romanischen Ziegelmauerwerks wurde im allgemeinen ...
Baumaterialien für die Herstellung von Mörteln in der Geschichte
Fakten-Nr.: 1988067120325 Schlagzeile: Baumaterialien für die Herstellung von Mörteln in der Geschichte Faktentext: Luftkalk und Sand waren die wesentlichen Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Putz- und Mauermörteln. Die Bedeutung der lokalen Rohstoffbeschaffung wird deutlich, wenn man die putzsichtigen Baudenkmale ganzer Landstriche mit ihrer von örtlichen Sandvorkommnissen geprägten Eigenfarbigkeit (z.B. Franken, rötliche Sande) berücksichtigt. So beschreibt er darin seine ...
Entwicklung des Mauerwerks als Putzträger
Fakten-Nr.: 1988067120327 Schlagzeile: Entwicklung des Mauerwerks als Putzträger Faktentext: Als Putzträger formt das Mauerwerk das Erscheinungsbild des Verputzes entscheidend mit - waren doch die meisten Original- oder Erstverputze bis in das 19. Jahrhundert einlagig, höchstens zweilagig und ließen so dem Mauerwerk seine Grundstruktur, die sich erst bei häufigem Neuverputzen verlor. Historische Formen der mit Mörtel gestalteten Mauerwerksoberfläche: - Früheste Ausbildungen im 11. /12....
Aussehen und Verarbeitung historischer Kalke
Aussehen und Funktion der alten Kalke: Kalk hat als Bindemittel einen großen Einfluß auf die optische und strukturelle Beschaffenheit des Putzes. Eine andere Möglichkeit war es, ngelöschten oder frisch gelöschten Kalk mit Sand und Wasser zu Mörtel zu verarbeiten. Mörtel aus frisch gelöschten Kalk) einige Tage stehen lassen, "damit das Feuer daraus entweiche" - also Ablagerung von frischem Kalk zur Vermeidung schädlicher Reaktionen?
Bedeutung historischer Putze an Architekturoberflächen
Fakten-Nr.: 1988067120324 Schlagzeile: Bedeutung historischer Putze an Architekturoberflächen Faktentext: Zu den stilbildenden Elementen des Erscheinungsbildes historischer Architektur gehören nicht nur der plastische Zierrat und die Gliederungselemente der Außenarchitektur, sondern auch die farbliche Fassung und die Ausdrucksmittel einer handwerklichen Oberflächenbearbeitung von Putzen. Vieles, was für die Farbigkeit von Architektur gilt, entspricht auch den historischen Verputzen: ...
Befunduntersuchung und Analyse des Putzes am Mauerwerk der Alten Veste in Amberg/Oberpfalz
Befunduntersuchung: Mauerwerk: meist lagerhaft zugearbeitetes Bruchsteinmauerwerk Fassung 1: beigefarbener Putz mit rötlicher Deckschicht mit der Kelle abgezogen, putzsichtig, um ein Zentimeter dick; drei Zentimeter breite Fugen drei bis fünf Millimeter in den frischen Putz gezogen, a fresco weiß gefaßt. Maße der Quaderung: Verjüngen sich von unten nach oben von 54x47 Zentimeter auf 36x33 Zentimeter an der Südseite und von 46x43 Zentimeter auf 36x32 Zentimeter an der Nordseite. Befund zu ...
Mittelalterliche Putztechniken des 13.-15. Jahrhundets
Die häufigsten Putztechniken am Außenbau des 13.-15. Jahrhunderts: - Kellenwurf: mit der Kelle angeworfen und belassen oder angedrückt ("Bewurf") - mit der Kelle angeworfen und abgezogen ("Bestich", "Berapp") - mit der Kelle angeworfen und abgekellt, an- oder vorgeglättet - mit der Kelle angeworfen, abgezogen/abgekellt und geglättet (vorwiegend für Wandmalereien) - wohl auch mit der Kelle aufgezogen (also nicht aufgeworfen, sondern angetragen und eventuell verglättet) Der mit der Kelle ...
Herstellung von Quaderimitation an Putzflächen mittelalterlicher Gebäude am Beispiel der "Alten Veste" in Amberg
Fakten-Nr.: 1988067120331 Schlagzeile: Herstellung von Quaderimitation an Putzflächen mittelalterlicher Gebäude am Beispiel der "Alten Veste" in Amberg Faktentext: Ein verbreitetes Mittel zur repräsentativen Gestaltung von Gebäuden war die Quaderung von Putzflächen durch Aufbringen eines Fugennetzes. "Alte Veste" in Amberg/Oberpfalz, 2.Hälfte 13. Jahrhundert Der Erstverputz hat eine mit der Kelle abgezogene Oberfläche, in deren noch weiche Masse die ungefähr drei Zentimeter breiten Fugen drei...
Putzanalyse an der Südfassade des Steinhauses Bunnleite 8 in Regensburg
Fakten-Nr.: 1988067120333 Schlagzeile: Putzanalyse an der Südfassade des Steinhauses Bunnleite 8 in Regensburg Faktentext: Für Regensburg gibt es es eine im Ansatz systematische Aufarbeitung von mittelalterlichen Putzen mit teilweise naturwissenschaftlichen Analysen der Mörtelbestandteile. Ein Beispiel ist die an der Südfassade des Steinhauses, Bunnleite 8 in Regensburg durchgeführte Untersuchung von Dr.H.Kühn, München. Der Putz besteht aus einer beigefarbenen Matrix (feinkörniger Mörtel ...
Putzfaschen und Putzleisten an Mauerwerksöffnungen mittelalterlicher Putzbauten
Fakten-Nr.: 1988067120332 Schlagzeile: Putzfaschen und Putzleisten an Mauerwerksöffnungen mittelalterlicher Putzbauten Faktentext: Putzfaschen und -leisten: Die Einbindung von Mauerwerksöffnungen wie Türen und Fenster erfolgte häufig durch sogenannte Faschen (von lat. Beispiel: Fassade des Hauses Vor der Grieb 3 in Regensburg Einer in das 14. Jahrhundert datierbaren Fenster-Doppelarkade war als seitliche Begrenzung zum rauh abgezogenen Wandputz eine sechs Zentimeter breite Putzleiste ...
Anwendung und Einsatzbereiche mittelalterlicher Sicht-Putze der Gotik
Fakten-Nr.: 1988067120330 Schlagzeile: Anwendung und Einsatzbereiche mittelalterlicher Sicht-Putze der Gotik Faktentext: Das durch die Handwerkstechniken hergestellte Erscheinungsbild eines Sicht-Putzes ist - vom Putzträger, also von der Mauertechnik, vom Mauerrelief und von der Oberflächenstruktur abhängig - von Zusammensetzung und Gefüge des Mörtels, also vor allem von der Größe, Form und Farbe der Zuschlagstoffe abhängig - durch die Art des Auftrags, der Applikation und der Bearbeitung ...
Putzanalyse des Traufgesimses der Studienkirche in Dillingen
Ergebnis der Analysen: Die quantitaive Analyse der Mörtelbestandteile wurde im wesentlichen nach H. Jedrezejewska durchgeführt. Beide können als übereinstimmend in der Zusammensetzung angesehen werden: Calciumcarbonat 29 (31) Prozent, salzsäureunlöslicher Rückstand 62 (61) Prozent, lösliche Anteile 9 (8) Prozent. Der Unterschied liegt in der Siebkurve; in der oberen Schicht fehlen gröbere Anteile des Zuschlages (4 und 2 Millimeter Maschenweite bei Prüfsieben nach DIN 4188), wie sie in der ...
Putzanalyse der Ostfassade des Anwesens Appoltshauser in Matting
Fakten-Nr.: 1988067120366 Schlagzeile: Putzanalyse der Ostfassade des Anwesens Appoltshauser in Matting Faktentext: Als Fenstereinfassung liegt ein dunkelgrauer grobkörniger Putz über dem grauweißen geglätteten Fassadenputz. In der feineren Sandfraktion farbloser Quarz, im Rückstand größere Mengen weißer Kieselsäureaggregate, Glimmer und einzelne Kohlestücke; die geringen Mengen Gips haben wahrscheinlich keinen Einfluß auf die Mörtelbeschaffenheit. Größere Mengen unlöslicher Kieselsäure im ...
Konservierung der Fassade der "Alten Veste" in Amberg durch Überputzung
Befunduntersuchung: Die Befunduntersuchung der Fassadenverputze zeigte bis zum 18. Jahrhundert 4 Fassungen auf: 1. Gotischer Verputz - Quaderimitation mit abgekelltem rauhem Naturputz, eingeglätteter und weiß gefaßter Fuge 2. Spätgotischer Verputz - abgekellter Naturputz mit glatter Fasche, geritzt, zum Teil weiß/gelb gefaßt 3. Renaissance-Verputz - abgekellter, wenig rauher Putz mit grauer Fassung und weiß aufgemalten Fugen 4. Barock-Verputz, 2. Hälfte 18. Jahrhundert - glatter Putz (...
Restaurierung des historischen Fassadenputzes am Haus Appoltshauser in Matting
Fakten-Nr.: 1988067120364 Schlagzeile: Restaurierung des historischen Fassadenputzes am Haus Appoltshauser in Matting Faktentext: Das Haus Nr.9, auch Haus Appoltshauser in Matting, Landkreis Regensburg, stammt aus dem 16.Jahrhundert. Bauaufnahme, Befunduntersuchung, Putzanalyse: Als Fenstereinfassung liegt ein dunkelgrauer grobkörniger Putz mit größeren rundlichen Steinen über dem grauweißen, an der Oberfläche geglätteten Fassadenputz. Die im Querschnitt sichtbaren Stücke von carbonisiertem ...
Befunduntersuchung und Restaurierungsmaßnahmen am "Walfischhaus" in Amberg, Oberpfalz
Fakten-Nr.: 1988067120365 Schlagzeile: Befunduntersuchung und Restaurierungsmaßnahmen am "Walfischhaus" in Amberg, Oberpfalz Faktentext: Das Gebäude Löffelgasse 2 in Amberg ist im Kern mittelalterlich, mit barockem Umbau um 1690. Die Befunduntersuchung zeigte bis zum Umbau Ende des 17. Jahrhunderts drei Fassungen auf: 1. grau/beigefarbener Putz, mit der Kellenkante abgezogen 2. grau/beigefarbener Putz, Oberfläche verrieben mit weißen Fugenstrichen 3. Flächenputz und Pilastervorlagen aus ...
Außensanierung des Augsburger Rathauses
Fakten-Nr.: 1988067120363 Schlagzeile: Außensanierung des Augsburger Rathauses Faktentext: Bei der Außensanierung des Augsburger Rathauses (1615-1620 von Elias Holl gebaut) wurden die Fassaden und Dachflächen grundlegend instandgesetzt und, falls erforderlich, erneuert. Vorgeschichte: 30 Jahre nach dem Wiederaufbau des Rathauses wurde Anfang der 80er Jahre wegen großer Putz- und Anstrichschäden eine grundlegende Sanierung der Fassaden notwendig. Befunduntersuchung: Die Untersuchungen - im ...
Restaurierung von historischen Verputzen
Fakten-Nr.: 1988067120361 Schlagzeile: Restaurierung von historischen Verputzen Faktentext: Was ist Restaurierung? Vorkenntnisse: Die Ergänzungs- und Antragsarbeiten erfordern genaue Kenntnisse des Originalputzes über: 1. Sandzusammensetzung, chemisch - mineralogisch 2. Sieblinie 3. Bindemittel, Art und Anteile 4. Zuschlag-, Zusatzstoffe 5. mikroskopische Struktur. Die Auswahl der Bindemittel und Sande sowie der Zuschlagstoffe, der Mischvorgang (trockener Sand) und die Verarbeitung zu Mörtel ...
Konservierungsmethoden von Restbeständen originaler Verputze
Fakten-Nr.: 1988067120360 Schlagzeile: Konservierungsmethoden von Restbeständen originaler Verputze Faktentext: Überputzen: Häufig werden bei Befunduntersuchungen oder bautechnisch notwendigen Abnahmen jüngerer Schichten, die historisch und stilistisch nicht zum originalen Baubestand gehören, Restbestände von historischen, ursprünglichen Verputzen aufgedeckt. Abnahme des Originalputzes: Ist dieser sensible Umgang mit originalen Restbeständen nicht möglich, müssen unter Umständen die ...
Analysenverfahren zu Putzuntersuchungen
Der Rückstand der mit Salzsäure behandelten Probe besteht aus Quarz(Sand) und anderen unlöslichen Zuschlagstoffen. Da die Kalkbestimmung an Mörtelprobemengen unter ein Gramm durchgeführt wird, ergeben sich bei inhomogenen Mörtelarten mit groben Zuschlagstoffen (Kies) große statistische Fehler. Für die Siebkurve wurde, wenn die Probenmenge es erlaubt, ein größeres Stück mit verdünnter Salzsäure behandelt, der Rückstand gewaschen, getrocknet und in Siebfraktionen aufgetrennt.
Befunduntersuchung und Putzanalyse an Ostfassade und Fassaden des Kreuzganghofes des Klosters Ebrach
Fakten-Nr.: 1988067120369 Schlagzeile: Befunduntersuchung und Putzanalyse an Ostfassade und Fassaden des Kreuzganghofes des Klosters Ebrach Faktentext: Befunduntersuchung: Das Untergeschoß des Kreuzganghofes weist oberhalb eines Sandsteinsockels eine Putzquaderung auf, deren verworfene erste Ausführung eine leicht gestupfte Oberfläche mit grauer Farbfassung aufwies, die später bei gültiger Überformung dünn überputzt und verrieben wurde. Der hohe Anteil an salzsäurelöslichen Anteilen (27 ...
Putzanalyse Kloster Wessobrunn
Fakten-Nr.: 1988067120371 Schlagzeile: Putzanalyse Kloster Wessobrunn Faktentext: Die Probe von der Putzleiste der Fassade läßt vorwiegend graue gerundete Steine und in die gelblich-grauweiße Mörtelmasse eingebettete Glasscherben erkennen. Die Zuschlagstoffe bestehen aus verschiedenen Gesteinsarten: Quarz (farblos, milchigweiß und rötlich), quarzhaltigem magmatischem Gestein, Feldspat, Glimmer, tonhaltigem Gestein und Kalkstein sowie größere Mengen Glasbruchstücke, zum Teil korrodiert, ...
Befunduntersuchung und Putzanalyse an der Ostfassade des südöstlichen Abteihofes des Klosters Ebrach
Untersuchung auf mögliche Farbveränderungen der grauen Putzschicht an der Oberfläche Querschnitt 1 zeigt graue Mörtelschicht mit eingedrückter roter Farbe; neben den Farbtupfer ist die Oberfläche heller verfärbt. Analyse der grauen Schicht und der darin eingebetteten Farbtupfer Enthält neben Calciumcarbonat als Bindemittel Quarz, Feldspäte, Glimmer, dunkle tonige Eisenoxide und feinverteilten Ruß. Die graue Schicht hat an härteren Stellen niedrigeren Gehalt an Calciumcarbonat (27 zu 38 ...
Ergebnisse der Befunduntersuchung und der Putzanalyse des Zeughauses in Augsburg
Befunduntersuchung: Grauer Mörtel (der Gliederungen): Enthält größere gerundete Steine und weiße Kalkeinschlüsse; Schichtenabfolge im Querschnitt: a) grauer Putz b) dunkelgraue Schicht mit stärkerer Pigmentierung durch Ruß c) weiße Schicht mit Calciumcarbonat und Gips d) dunkelgraue Schicht mit Ruß, gelbem Ocker, Calciumcarbonat und Gips e) grüngraue Schicht f) weiße zweilagig aufgetragene Schicht g) grüngraue Schicht Oberste Schicht der Originalfassung ist wahrscheinlich b). Analyse der ...
Putztechnik im Münchner Jugendstil
Fakten-Nr.: 1988067120348 Schlagzeile: Putztechnik im Münchner Jugendstil Faktentext: An der Architektur des Jugendstils um 1900 gelangt der Zierputz noch einmal zu bemerkenswerter Bedeutung. Neben Wien wurde München zu einem Hauptzentrum der Putzarchitektur mit der um 1900 modernsten Richtung. Architekten wie G.v.Seidl, Emanuel v.Seidl, M.Ostenrieder, K.Hocheder und M. Dülfer gestalteten ihre Gebäudefassaden mit Putz.
Befunddokumentation und Vorüberlegungen zu Erhaltensmaßnahmen an historischen Verputzen
Fakten-Nr.: 1988067120353 Schlagzeile: Befunddokumentation und Vorüberlegungen zu Erhaltensmaßnahmen an historischen Verputzen Faktentext: Dokumentation: Unabhängig vom Maßnahmenkatalog für die Instandsetzung des Baudenkmals ist die Sicherung und Notierung der originalen Befunde und Primärdokumente von großer Bedeutung für eine spätere Ortung. Restaurierungs- und Konservierungskonzept: Die Gesamtheit der Untersuchungsergebnisse, Befunderhebung, naturwissenschaftliche Analysen, ...
Darstellung von Architekturoberflächen in Entwürfen und Vorlagen
Fakten-Nr.: 1988067120350 Schlagzeile: Darstellung von Architekturoberflächen in Entwürfen und Vorlagen Faktentext: Bei der Auswertung artifiziell strukturierter Architekturgliederung kann die Untersuchung einer möglichen Definierung der Bauwerksoberflächen im architektonischen Entwurfsprozess wichtig und hilfreich sein - gerade im Zusammenhang von Restaurierungs- und Ergänzungsmaßnahmen. In Entwürfen und Stichen des 17. und 18.Jahrhunderts bemühte man sich über die formale Bewältigung der ...
Merkblatt zu Bauuntersuchungen von historischen Verputzen des Bundesdenkmalamtes Wien
Maße Mauerverband, Dicke, Oberflächenstruktur (uneben, sorgfältig gestopft, o.ä.); originaler Verputz: Bindemittel (Kalkanteil, "hydraulische" Bestandteile, z.B. Ziegelsplitt, Trass) Sand (Körnung, Eigenfarbe, Herkunft, Sieblinie, Lehmanteile), weitere Zuschlagstoffe (Holzkohle, Kälberhaare, Häksel) Faktur: Anwurfstechnik, Gerüstgrenzen, Anwurf-/Kellenzugstruktur, Oberflächen"dressur" (gekratzt, abgezogen, abgekellt, geglättet, poliert und gerieben) Dekorative Bearbeitung (Eckquaderungen, ...
Kriterien der denkmalpflegerischen Voruntersuchung von historischen Verputzen
Fakten-Nr.: 1988067120351 Schlagzeile: Kriterien der denkmalpflegerischen Voruntersuchung von historischen Verputzen Faktentext: Die Architekturoberfläche und der originale/historische Putz sind zwar nur Details im Gesamtzusammenhang des Bauwerks, prägen aber ganz entscheidend das äußere Erscheinungsbild. Zur Voruntersuchung gehört im wesentlichen 1. Fotodokumentation 2. Schadensanamnese 3. Schadensanalyse 4. zeichnerische Dokumentation 5. Bauforschung, verformungsgerechtes Aufmaß, ...
Zusammenstellung historischer Putztechniken und Ergänzung durch bayerische Beispiele
Fakten-Nr.: 1988067120349 Schlagzeile: Zusammenstellung historischer Putztechniken und Ergänzung durch bayerische Beispiele Faktentext: 1. Pietra rasa mit Kellenstrich 2. Mörtel als Vorbereitungsschicht (Haftbrücke) 3. Mit der Kelle angeworfen und belassen oder auch angedrückt 4. Mit der Kelle aufgezogen und belassen 5. Mit dem Brett (Talosche) aufgezogen und belassen 6. Mit der Kelle angeworfen und abgezogen 7. Mit der Kelle angeworfen und abgekellt (an- oder vorgeglättet) (Kloster- oder ...
Nachteile organischer Konservierungsmaterialien bei der Erhaltung historischer Verputzflächen
Fakten-Nr.: 1988067120359 Schlagzeile: Nachteile organischer Konservierungsmaterialien bei der Erhaltung historischer Verputzflächen Faktentext: Im Zusammenhang mit den Problemen der organischen und anorganischen Konservierungsprozesse wurde bereits auf die Bedeutung der Erhaltung des ursprünglichen physikalischen und ästhetischen Zusammenhangs hingewiesen. Nachteile organischer Konservierungsmittel: Porosität und thermische Ausdehnung als gegenüber dem Originalmaterial differente ...
Allgemeine Kriterien für Schadensursachen an einem verputzten Baudenkmal
Fakten-Nr.: 1988067120354 Schlagzeile: Allgemeine Kriterien für Schadensursachen an einem verputzten Baudenkmal Faktentext: Bei der Analyse eines Baudenkmals, die dem Konservierungskonzept vorausgehen muß, wird das Objekt schrittweise in allen wesentlichen Größenbereichen erfasst und ausgewertet, von der Umgebung des Bauwerks bis zur Malschicht des Putzes. 5. Putz: Bestand: Material - Putztechnik Schadensursachen: mangelhafte Zusammensetzung - mangelhafte Verarbeitung - Ablösung vom ...
Allgemeine Erhaltungsmaßnahmen an einem historischen Bauwerk mit Verputz
Fakten-Nr.: 1988067120356 Schlagzeile: Allgemeine Erhaltungsmaßnahmen an einem historischen Bauwerk mit Verputz Faktentext: Bei der Analyse eines Baudenkmals ist die schrittweise Erfassung und Auswertung aller wesentlichen Größenbereiche von der Umgebung bis zur Putzschicht sinnvoll. 5. Putz: 5.1 Ausbesserungen, Reparatur, Pflegemaßnahmen: -Sicherungen - im wesentlichen Schließen von Fehlstellen unter Berücksichtigung der durch die vorhandene Oberfläche vorgegebenen Kriterien: Zusammensetzung...
Für die Witterungsbeständigkeit wichtige Materialeigenschaften von Steinen und Mörteln
Konservierende Mörtel: Zu den Faktoren, die bei der Anwendung von konservierenden Flüssigkeiten und Mörteln unbedingt berücksichtigt werden müssen, gehören: 1. Porosität 2. Wasserdurchlässigkeit in flüssiger und gasförmiger Form 3. Thermische Ausdehnung 4. Lichtbrechung der originalen Oberfläche (Glanzbildung, Farbvertiefung, Farbveränderung) 5. Homogenität der originalen Putzschicht (also keine Schichten- oder Krustenbildung durch mangelnde Eindringtiefe) 6. Elektrostatische Eigenschaften ...
Bestandserhaltende Konservierungsmaßnahmen von historischen Fassadenverputzen
Allerdings gilt dies nicht für antike Putzbestände: die italienische Denkmalpflege liefert mit entsprechenden Konservierungskonzepten sehr gute Beispiele: - Mailand, San Lorenzo, Türme, 5. Jahrhundert (mit der Konservierung schon während des Krieges begonnen) - Mailand, "Broletto", Obergeschoß, Anfang 17.Jahrhundert, Publikation 1983 - Novalesa, Provinz Turin, Capella di S.Maria, 9./10.Jahrhundert, Publikation 1984. Konservierungskonzepte: Zu den in einem Konservierungskonzept erfassten ...
Erhaltungsprobleme und Putzschäden
Die Erhaltungsprobleme historischer Architekturoberflächen beziehen sich nicht nur auf die ohnehin seltenen Originalputze, sondern auch auf den durch Überfassungen verdeckten Bestand, auf Reste und Fragmente originaler Oberflächen. Putzschäden: Der Erhaltungszustand eines alten Putzes ist abhängig von 1. der Intensität der Verwitterungsprozesse 2.der Qualität/Herstellungsweise/Ausführungstechnik des Putzes 3. der Qualität des Putzträgers (bauphysikalischer Zustand und Beschaffenheit) 4. der ...
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