Georg Flassenberg;
Quelle: Arconis, 2001
ISSN: 0949-7153;
Standort in der IRB-Bibliothek: DEIRB Z 1863;
Die Stäbe des Fachwerks - nicht die der Ausfachungen - gewährleisten nicht immer die Standsicherheit des Gebäudes. Daher muss die hölzerne Tragkonstruktion vor der Ausmauerung fachmännisch auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Hierbei ist ein Zimmermeister oder ein Bauingenieur hinzuzuziehen. Neben der Beurteilung der Tragfähigkeit einzelner Holzteile, die durch Fäulnis, Schwamm oder tierische Schädlinge beeinträchtigt sein können und dann ausgewechselt werden müssen, ist der kraftschlüssigen Verbindung der Fachwerkknoten besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Verbindungspunkte müssen ohne Spiel und die Anschlüsse druckfest sein (zugfeste Verbindungen sind selten), um spätere Verformungen durch Bewegungen so gering wie möglich zu halten und die Ausfachungen nicht durch Systemkräfte zu belasten.
Schwind- und Quellvorgänge, denen das Holzfachwerk auch noch nach Jahrhunderten unterworfen ist, können minimierte werden. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit des Holzes vor der Ausmauerung annähernd der Ausgleichsfeuchte entspricht. Dies gilt insbesondere für frisch eingebaute Hölzer.
Holzfeuchte:
An Fachwerkselementen (Ausfachungen aus Porenbeton) wurden Freilandversuche in Holzkirchen (Fraunhofer-Institut für Bauphysik) durchgeführt. Folgende Grundsätze wurden herausgearbeitet:
- Zur Beurteilung der Schlagregenbeanspruchung sind in DIN 4108 Teil 3 drei Beanspruchungsgruppen definiert. Diese sollen im Einzelfall (regionale klimatische Bedingungen der örtlichen Lage und Gebäudeart).
- Sichtfachwerk darf nur einer geringen Schlagregenbeanspruchung ausgesetzt werden. Dieses bedeutet eine Beanspruchungsgruppe I mit Jahresniederschlagsmengen unter 600 mm oder geschützte Lagen in Beanspruchungsgruppe II. Es gibt jedoch eine große Bandbreite von Entscheidungsmöglichkeiten.
- Bei mittlerer und starker Regenbeanspruchung (Beanspruchungsgruppen II und III nach DIN 4108-3) muss das Fachwerk durch eine Bekleidung oder durch eine das Fachwerk überdeckende Putzschicht zusätzlich geschützt werden.
- Der Regenschutz für die Fachwerkhäuser sollte getrennt für die einzelnen Fassaden festzulegen sein und eine weitere Beanspruchungsgruppe (Untergruppe) entsprechend der Tabelle zu definieren (wobei "g" für geschützt steht). (kos)
Regenschutzmaßnahmen und Regenbeanspruchung bei Fachwerkfassaden
Bei höheren Schlagregenbeanspruchungen muss das Fachwerk durch eine Bekleidung (Verschindelung durch Holz- oder Schieferplatten) oder durch eine das Fachwerk überdeckende Putzschicht zusätzlich geschützt werden. Außenputz: Dieser kann mit hoher Wasseraufnahmefähigkeit die Regenbelastung der Schwindfugen zwischen Holz und Ausmauerung reduzieren (Untersuchungen im Fraunhofer Institut). Die verbreiterte Anschlussfläche des Putzes zum Holz bringt mehr Sicherheit gegen eindringendes Regenwasser.
Wärme- und Feuchteschutz
Fakten-Nr.: 2002047116127 Schlagzeile: Wärme- und Feuchteschutz Faktentext: Dämmwert des Holzfachwerks: Bei den üblichen Holzdicken sollte der Wärmedämmwert der Ausfachung einen vergleichbaren Wärmedurchlasswiderstand von ca. Feuchteschutz Vergleich der Feuchteverhältnisse: - Bei unterschiedlichen Baustoffen wird in Volumenprozent, bei nur einer Baustoffart - z.B. Porenbeton unterschiedlicher Rohdichte - in massebezognem Feuchtegehalt um gerechnet. Praktischer Feuchtegehalt: Ein Feuchtegehalt...
Standsicherung, Verformungen und Holzfeuchte des Fachwerks
Fakten-Nr.: 2002047116125 Schlagzeile: Standsicherung, Verformungen und Holzfeuchte des Fachwerks Faktentext: Die Stäbe des Fachwerks - nicht die der Ausfachungen - gewährleisten nicht immer die Standsicherheit des Gebäudes. Holzfeuchte: An Fachwerkselementen (Ausfachungen aus Porenbeton) wurden Freilandversuche in Holzkirchen (Fraunhofer-Institut für Bauphysik) durchgeführt. - Bei mittlerer und starker Regenbeanspruchung (Beanspruchungsgruppen II und III nach DIN 4108-3) muss das Fachwerk ...
Ausmauerung von Holzfachwerken mit Porenbeton
Fakten-Nr.: 2002047116124 Schlagzeile: Ausmauerung von Holzfachwerken mit Porenbeton Faktentext: Das älteste Fachwerkhaus Deutschlands stammt aus dem Jahr 1276 und ist also mehr als 700 Jahre alt. Bei der Ausmauerung von Holzgefache mit Porenbeton müssen einige Grundsätze beachtet werden: - Wenn die Gebäude nicht bewohnt werden und sich diese den heutigen Nutzungsgewohnheiten nicht stellen müssen, dann kann auf die möglichst komplette Verwendung der ursprünglichen Materialien zurückgegriffen ...
Holzschutz
Fakten-Nr.: 2002047116126 Schlagzeile: Holzschutz Faktentext: Konstruktiver Holzschutz: Es wird eine horizontale Feuchtigkeitssperre zwischen Fachwerk und Unterkonstruktion angeordnet. Durch die anfänglich erhöhte Baufeuchte des Porenbeton kann es nicht zu Holzschädigungen kommen, da diese über die unmittelbar mit dem Holz beziehungsweise dem Porenbeton in Kontakt stehende Mörtelschicht als sogenannte "arbeitende Fuge" rasch abtrocknen kann. Maßnahme zur Verhinderung der Feuchteschäden: Bei ...
Ausmauerung der Gefache
Fakten-Nr.: 2002047116128 Schlagzeile: Ausmauerung der Gefache Faktentext: Aus statischen oder architektonischen Gründen weichen die Gefache oft von der Rechteckform ab. - Als Dampfbremse eignet sich eine "feuchte adaptive Dampfbremse" mit variablen Sd-Wert, der im Winter größer und im Sommer kleiner ist. - Bei den unvermeidbaren Rissen zwischen Ausfachung und Holz verbessern die Leisten die Winddichtigkeit der Außenwände.
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