Meier, H. G.;
Quelle: Internationale Zeitschrift für Bauinstandsetzen, 2004
ISSN: 0947-4498;
Standort in der IRB-Bibliothek: DEIRB Z 1837;
Schlagregenbeaufschlagte Fassaden:
Unterputze sollten, sofern sie in größerer Schichtdicke aufzubringen sind, mit einer größeren Sieblinie (Größtkorn 3-4 mm) hergestellt werden. Beim Bindemittel hat sich sich ein Gemisch von 3 M-Teilen Luftkalk und 1 M-Teil alkaliarmem Zement gut bewährt. Die Mörtelqualität lässt sich durch wasserrückhaltende und luftporenbildende Zusatzmittel entscheidend verbessern.
Erhöhte Anforderungen an die Wärmedämmung führten dazu, dass die monolithische Außenwand z.B. mit porosierten Ziegeln hergestellt wird. Da diese modernen Ziegel andere Eigenschaften besitzen als die alten Vollziegel und Hochlochziegel, führte die Verwendung harter Außenputze immer wieder zu verstärkten Rissbildungen. Daraufhin entwickelten die Trockenmörtelhersteller Leichtputze mit organischen oder mineralischen Leichtzuschlägen, die in der Regel zumindest wasserhemmend eingestellt sind. Diese Putzmörtel, die sich über zwei Jahrzehnte auch im Altbau bewährt haben, werden v.a. bei inhomogenem Mischmauerwerk eingesetzt.
Beschichtungen auf Kalkputzen:
Die vorwiegend carbonatisch erhärtenden Kalkputze sollten nicht zu früh gestrichen werden. Dies gilt jedoch nicht für Kalkfarben, wenn sie freskal verarbeitet werden. Je nach Exposition können dann Kalk- oder Kalkkaseintechniken zur Anwendung kommen. Leider werden häufig nicht ausreichend erhärtete Kalkputze mit reinen Silikatfarben beschichtet, so dass es zur Rissbildung und Ablösung der Beschichtung kommt. Weniger problematisch sind die "weicheren" Dispersionssilikatfarben. Bei schlagregenbeaufschlagten Flächen, auf die wasserhemmende Putze aufgebracht worden sind, sollten auch die Anstriche wasserhemmend ausgerüstet sein. Enthält der Putzmörtel hohe Luftkalkanteile, dann dürfen solche Beschichtungen oder wasserabweisende Imprägnierungen erst nach entsprechender Wartezeit aufgebracht werden (Carbonatisierungstest).
Sanierputz:
Bei den sanierungsvorbereitenden Untersuchungen werden meist in den unteren Mauerwerksbereichen erhöhte Feuchte- und Salzgehalte festgestellt. Sanierputzsysteme, die dem WTA-Merkblatt 2-2-91 entsprechen, haben sich zum Verputzen von feuchten, salzhaltigen Mauerwerksflächen sehr gut bewährt. (han)
Untersuchungen der Universität-GH Siegen: Am Institut für Bau- und Werkstoffchemie der Universität-GH Siegen wurden neun verschiedene Baukalke mit unterschiedlichen hydraulischen Anteilen untersucht, ferner eine Kalkzementmischung (3 M-Teile Kalkhydrat, 1 M-Teil Portlandzement CEM I HS NA); siehe hierzu die Tabelle. Kalk K1 ist ein Luftkalk (CL90 nach DIN 1060 Teil 1) nahezu ohne hydraulische Anteile, Kalk RK ist ein Romankalk (NHL 5 nach DIN 1060 Teil 1). Bei den Kalken BK und MK handelt es ...
Empfehlungen für die Zusammensetzung und Verwendung von Putzmörteln und Beschichtungen
Fakten-Nr.: 2004087108866 Schlagzeile: Empfehlungen für die Zusammensetzung und Verwendung von Putzmörteln und Beschichtungen Faktentext: Schlagregenbeaufschlagte Fassaden: Unterputze sollten, sofern sie in größerer Schichtdicke aufzubringen sind, mit einer größeren Sieblinie (Größtkorn 3-4 mm) hergestellt werden. Enthält der Putzmörtel hohe Luftkalkanteile, dann dürfen solche Beschichtungen oder wasserabweisende Imprägnierungen erst nach entsprechender Wartezeit aufgebracht werden (...
Zementzugabe zum Kalkputz - eine sinnvolle Maßnahme
Untersuchungen der Universität-GH Siegen: Am Institut für Bau- und Werkstoffchemie der Universität-GH Siegen wurden neun verschiedene Baukalke mit unterschiedlichen hydraulischen Anteilen untersucht, ferner eine Kalkzementmischung (3 M-Teile Kalkhydrat, 1 M-Teil Portlandzement CEM I HS NA); siehe hierzu die Tabelle. Kalk K1 ist ein Luftkalk (CL90 nach DIN 1060 Teil 1) nahezu ohne hydraulische Anteile, Kalk RK ist ein Romankalk (NHL 5 nach DIN 1060 Teil 1). Bei den Kalken BK und MK handelt es ...
Grundlegendes zu Anforderungen an moderne Außenputzsysteme
Fakten-Nr.: 2004087108862 Schlagzeile: Grundlegendes zu Anforderungen an moderne Außenputzsysteme Faktentext: Von einem Außenputz mit oder ohne Beschichtung wird eine lange Haltbarkeit erwartet. Die Anforderungen an den erhärtenden Putzmörtel richten sich nach der Lage und Höhe des Gebäudes - siehe hierzu die DIN 4108 Teil 3 - Beanspruchungsgruppen. Auch der Putzgrund spielt bei der Auswahl des Systems eine wichtige Rolle: handelt es sich um ein stark oder kaum saugendes Mauerwerk, wie ...
Kalkputze
Kalkputz - Kalkmörtel: Definitionen: Kalkmörtel sind Mörtel, deren Hauptbindemittel Kalk ist. Die Kalk-Norm DIN 1060-1 beschreibt die hydraulischen und natürlichen hydraulischen Kalke wie folgt: - "Kalke, die vorwiegend aus Calciumsilikaten, Calciumaluminaten und Calciumhydroxid bestehen und durch Brennen von tonhaltigem Kalkstein und nachfolgendem Löschen und Mahlen und/oder durch Mischen von geeigneten Stoffen und Calciumhydroxid hergestellt werden. - Hydraulische Kalke, die durch Brennen (...
Anmerkungen zu Werktrockenmörteln
Fakten-Nr.: 2004087108865 Schlagzeile: Anmerkungen zu Werktrockenmörteln Faktentext: Die Verwendung von Werktrockenmörteln in der Denkmalpflege wird häufig abgelehnt. Folgende Angaben sind erforderlich, um eine sinnvolle Auswahl treffen zu können: - Art der Bindemittel - vorherrschendes Bindemittel - Art der verwendeten Sande - Kornzusammensetzung - Zusatzmittel. Allerdings ist es notwendig, zur Herstellung entsprechender Sondermischungen über spezielle Sande und Bindemittel und v.a. ...
Anmerkungen zu besonderen Putzsystemen
Fakten-Nr.: 2004087108867 Schlagzeile: Anmerkungen zu besonderen Putzsystemen Faktentext: Wärmedämmputze: Speziell entwickelte Putze dienen heute dazu, die Wärmedämmung eines Wandbauteils erheblich zu erhöhen. Wärmedämmverbundsysteme (WDVS): Zur Verbesserung der Wärmedämmung werden zunehmend Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Für mineralische Putzsysteme kann zur Materialklassifizierung für Instandsetzungssysteme die DIN 18550 Teil 1, Teil 2 und Teil 4 dienen.
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